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Frauenkleidung
Rokoko ca. 1715 - 1789

Jacken Und Mäntel
Der "Caraco", eine bis in die 90er Jahre beliebte Schoßjacke, tauchte bereits Anfang des 18. Jahrhunderts in der bürgerlichen Frauenkleidung auf. Erhaltene Stücke, gefertigt aus kostbaren Seiden aus den 1740ern lassen darauf schließen, dass der Caraco bald seinen Weg in die Kleidung der reicheren Damen fand. Der Schnitt des Caracos war enganliegend in den Varianten a´la anglaise mit Teilungsnähten im Rücken, die ab Taille in Falten aufsprangen oder a´la francaise, mit Watteaufalten im Rücken. "Pet-en´láir" war eine weitere zeitgenössische Bezeichnung eines Caraco a´la francaise.

Die Schöße, hüft- bis knielang, waren mal mehr, mal weniger stark zurückgeschnitten. Sie waren in Falten gelegt oder fielen glatt über dem Rock. Charakteristisch waren seine dreiviertel langen Ärmel, die bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts mit Aufschlägen getragen wurden. Anfangs waren die Ärmelaufschläge noch relativ anliegend geschnitten, entwicklten sich jedoch um 1730 immer mehr zu einer flügelähnlichen Form. Ab 1740 tauchten neben den Flügelmanschetten Rüschenvolants auf unter denen zarte Spitzenvolants, so genannte "Engageantes" aus Batist oder Spitze hervorschauten.

Das tiefe Dekolleté war rund oder v-förmig ausgeschnitten. Zarte Gaze- oder Batisttücher bedeckten das Dekolletté und wurden in den Ausschnitt des Caracos gesteckt. Der Caraco wurde vorn durch Haken und Ösen, Schleifen oder durch eine Schnürung geschlossen. Knöpfe hingegen wurden eher als Dekoration getragen. Einige Varianten des Caracos wurden mit einem Brusteinsatz, einem "Stecker", unterlegt. Der Stecker konnte aus dem gleichen Material, einfarbig oder aufwendig bestickt gestaltet sein und wurde mit kleinen Nadeln an den Vorderkanten befestigt.
Bevorzugte Materialien waren kostbare Seiden und Brokatseiden, oftmals auch aus den Stoffen älterer Kleider gefertigt. Ab 1780 wurden die Materialien einfacher und man verwendete bedruckte Baumwoll- oder Leinenstoffe. Als Futterstoff wurde hauptsächlich Leinen verwendet.

Ähnlich dem Caraco ist der "Casaquin" (frz. kurzer Überrock), eine kasackförmige hüftlange Jacke der Frau, die ursprünglich von einfachen Bürgerinnen getragen wurde, aber später von wohlhabenden Damen als Hauskleidung,"Deshabillé", übernommen wurde.
Der Casaquin war vorn durch Haken und Ösen oder Schleifen zu schliessen. Die Ärmel waren, ähnlich dem Caraco, mit Aufschlägen oder Rüschenvolants verziert. Aber auch ganz einfache Ärmelabschlüsse sind an erhaltenen Exemplaren zu finden. Im Brustbereich wurde er mit einem Stecker ausgefüllt und im Rücken mit einer Watteaufalte versehen. Für die gewünschte Form konnte ein eingearbeitetes Schnürmieder sorgen. Die Ärmel wurden mit steifen, in Falten gelegten Aufschlägen versehen. Neben Casaquins einfachen runden Ausschnitten, gab es auch Varianten mit einer Kapuze.

Die "Pelisse", ein knielanger Umhang, kam ab 1750 in Mode. Sie war mit Kapuze oder Kragen geschnitten und meist mit einer Pelzkante verziert, wie zahlreiche zeitgenössische Bilder erkennen lassen. Daneben gab aus auch Pelissen mit einer Spitzen- oder Volantkante. Beliebte Materialien waren Seide oder Samt, aber auch kostbare Spitze. Die taillen- bis knielange Pelisse war entweder als einfacher runder Umhang geschnitten, oder hinten taillenkurzer runder Form mit sich nach vorn hin verlängernden, schmalen Enden. Neben der einfachen Umhangvariante gab es aber auch Pelissen mit seitlichen Armlochschlitzen, die mal mehr oder weniger stark in einer Ärmelform ausgearbeitet waren.

Bereits um 1750 tauchte in der Reitkleidung der Frau die so genannte "Redingote" auf. Der maskuline, enganliegende Schnitt ähnelte dem Justeaucorps des Mannes und war charakteristisch für die Redingote der Frau. Die aus einfarbigem Woll-, Kammgarn oder Leinenstoff und mit Seide oder Leinen gefütterte Redingote wurde in Anlehnung an die Herrenmode in kräftigen dunklen Tönen, wie Rot, Blau oder Braun gehalten. Der modische Uniformcharakter wurde durch charakteristische Elemente der männlichen Uniformen, wie große Taschenklappen, seitliche Ärmelknopfleisten bzw. Ärmelaufschläge, sowie einen Knopfverschluß erreicht. Der Halsausschnitt wurde in einfacher, runder Form oder mit einem Stehkragen gestaltet. Daneben gab es aber auch Schnittvarianten, die in der vorderen Mitte bis zur Taille schmal nach aussen, in Form eines langen geraden Revers, umgeschlagen wurden. Unter der Redingote kamen am Ausschnitt und an den Ärmelkannten die Volants des Hemdes und in der Taille eine Weste zum Vorschein. Der figurbetonte, enge Schnitt, mit ebenfalls langen und engen Ärmeln, passte sich der Rockmode der Damen an und wurde daher mit einem weiten Schoß, der hinten, aber auch seitlich geschlitzt war gestaltet.

Röcke
Die Form der Röcke wechselte ständig, wohingegen die Mode der doppelten Röcke beibehalten wurde. Während in den 40er Jahren der Rock des "Manteau" noch glatt über den Reifrock fiel, wurde in den 60er Jahren der Rock in der vorderen Mitte geöffnet und mittels Bänder an den Seiten bauschig hochgerafft. Schließlich wurde der Saum des Kleides zum ersten Mal in der Geschichte der Mode kürzer und ließ den Blick frei auf einen Teil der Wade und zarte gold- und silberbestickte Seidenstrümpfe. Diese Mode hielt jedoch nur bis in die 70er Jahre und die Röcke erhielten wieder ihren bodenlangen Saum zurück und verlängerten sich zum Teil in einer Schleppe.

In den 80er Jahren verlagerten sich die seitlichen Paniers über das Gesäß. Der "Cul de Crin" oder "Cul de Paris" war geboren. Der sichtbare Unterrock wurde meist aus den gleichen Stoffen wie das Überkleid gefertigt, hatte jedoch eine andere Farbe. Über- und Unterrock waren häufig aufwendig dekoriert und geschmückt mit mehreren Stufen von Borten, Bändern, Schleifen, Rüschen, Stickereien, sowie mit Federn und Kunstblumen. Alles wurde kunstvoll gearbeitet und arrangiert. Blumen, die in italienischen Nonnenklöstern gefertigt wurden, waren bei den Damen äußerst beleibt. Später bezog man diese Blumen jedoch aus deutscher und französischer Produktion.

Kleider/Kostüme
Die "Robe à la francaise", ein Kleid nach französischer Art, kam ab 1730 auf. Sie bestand aus einem vorn geöffnetem Manteau unter dem die Jupe und das Mieder bzw. der Stecker zum Vorschein kamen. Typisches Merkmal der Robe à la francaise waren die im Rücken angebrachten Watteaufalten, die vom Rückenausschnitt lose nach unten herab fielen und den Taille bedeckten. Der unter der Jupe getragene Reifrock oder die Paniers gaben der Robe à la francaise ihre Silhouette. Die Robe à la francaise, auch unter dem Namen "Contouche" oder "Schlender" bekannt, hielt sich bis 1789.
Die Ärmel reichten meist bis zum Ellenbogen und waren mit einem Volant aus Spitze versehen. Der Stecker der Robe konnte mit zahlreichen Schleifen, Volantreihen oder Stickereien verziert sein. Die Jupe war oft aus dem gleichen Material wie der Manteau gefertigt und ebenfalls mit Rüschenvolants ausgestattet.

Ab 1770 kam die "Robe à l´anglaise", ein Kleid nach englischer Art, in Mode. Die Robe à l´anglaise bestand aus einem eng geschnittenem Oberteil, dessen mittlere Rückenpartie bis zum Boden auslief. Daneben gab es aber auch Modelle, bei denen der Schnitt des Oberteils vollständig vom Rock getrennt war. Das Oberteil konnte vorn durch verdeckte Haken und Ösen oder durch eine Schnürung geschlossen werden. Der vorn geöffnete Rock wurde in vielen Falten an des Miederoberteil genäht. Darunter schaute der meist gleichfarbige Unterrock hervor. Der Unterrock wurde am Taillenbund in viele Falten gelegt, die für eine große Stofffülle sorgten.
Die Ärmel reichten meist bis zum Ellenbogen. Als Verzierungen dienten bogenförmige Rüschenbesätze, die an der Vorderkante oder dem sichtbaren Teil des Unterrocks angebracht wurden. Ebenso konnten der Ausschnitt und die Ärmelkanten mit einer Rüschenborte verziert sein. Bisweilen wurden an die Ärmel kurze, zarte Batistrüschen oder Manschetten aus demselben Material wie das Kleid gesteckt In den großen Ausschnitt steckten die Damen ein zartes, weißes Batisttuch, das "Fichu".

Aus der "Robe à l´anglaise" entwickelte sich bald die "Robe à la polonaise", ein Kleid nach polnischer Art, das sich von der Robe à l anglaise lediglich darin unterschied, dass der obere Rock seitlich und hinten durch Bänder hochgerafft wurde. Die Bänder konnten sowohl unter dem Rock, als auch sichtbar über dem Rock angebracht sein. Ab 1775 verkürzte sich der Rock, so dass die Füße sichtbar wurden. Ab 1785 sorgte ein unter dem Rock getragenes Reifengestell für ein erhöhtes Gesäß, dem so genanntem "Cul de Paris" oder auch "Pariser Gesäß". Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verkleinerte sich der Cul de Paris zu einem einfachen Gesäßpolster.

Unterkleidung
Nach wie vor wurde der Oberkörper der Frau in ein enges Korsett gepresst, dass die schmale Taille und das Dekolleté betonte. Das Rokoko-Korsett konnte mit über 100 schmalen Fischbeinstäben verstärkt sein. Die meisten Korsetts wurden im Rücken geschnürt, es gab aber auch Modelle mit einer vorderen und einer hinteren Schnürung. Angesetzte Zacken, die ebenfalls mit Fischbeinstäben verstärkt waren, passten sich der Form der Hüfte der Hüfte an. 6 bis 8 Teilungsnähte sorgten für die gewünschte Form des Korsetts. Als Futter dienten Baumwoll- oder Leinenstoffe.
Ab 1770 hatte das Korsett bereits weniger Nähte. Der Ausschnitt wanderte immer tiefer, so dass er fast die Brustspitze erreichte. Der Rückenausschnitt erhöhte sich im Gegenzug. Neben Baumwolle und Leinen wurden nun auch kostbare Materialien wie Seide verwendet.

Unter dem Korsett wurde eine "Chemise" getragen, ein einfaches, weißes Leinen- oder Baumwollhemd mit einem großen runden Ausschnitt. Die Chemise war gerade und mit halblangen Ärmeln geschnitten, wobei einige Chemisen mit seitlich eingesetzten Zwickeln gefertigt waren. Die Hemden reichten bis zur halben Wade oder bis zum Knöchel. Da der größte Teil des Unterhemdes nicht sichtbar war, wurden lediglich die sichtbaren Ärmelkanten und einem Spitzenvolant verziert. Wohlhabende Frauen ließen sich die Chemise aus feinen Baumwoll-, Leinenstoffen oder aus Seide fertigen.

Ein charakteristisches Merkmal für die anfängliche Zeit des Rokoko war der kuppelförmige Reifrock, "Panier" genannt. Er bestand aus 5 - 8 Rohrreifen, die mit Wachstuch verbunden waren. Der Reifrock verursachte daher beim Gehen ein typisches Knarren, weshalb er bald ugs. "Kreischerin" (frz. Criarde) genannt wurde. Das Aussehen des Reifrockes entwickelte sich bald zu einer ovalen Form, die vorn und hinten abgeflacht war, während die Seiten mit überdimensionalen Wülsten versehen waren.

Wer es sich leisten konnte trug kostbare Seidenstrümpfe, die aufwendig bestickt waren. Es gibt sogar Nachweise von Strümpfen aus zarter Spitze. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren weiße Seidenstrümpfe modern, im Laufe der Zeit trugen die Damen auch Strümpfe in zarten Pastellfarben. Die Strümpfe reichten bis zum Oberschenkel oder bis zum Knie und wurden mit einem seidenen Strumpfband befestigt. Auf den zart-pastellfarbenen Strumpfbändern waren oftmals amouröse Sprüche gestickt.

Stoffe und Farben
Auf zahlreichen zeitgenössischen Bildern lassen sich kostbare und farbenprächtige Stoffe erkennen. Man erdachte sich die ausgefallensten Namen für die beliebten Modefarben: Flohfarben, Straßenschmutz, Nymphenschenkel, vergifteter Affe, lustige Witwe, Stutzers Eingeweide sind nur einige Bezeichnungen für die verschiedenen Schattierungen von gelb und grün.
Gold- und Silberbrokate waren von außerordentlicher Qualität. Einfache Bürgerinnen trugen bedruckte Baumwollstoffe. Um 1750 lösten die feinen englischen Musselin-, Batist- und Linongewebe die Baumwollkattune ab. Die Feinheit des Fadens bestimmte von nun an die Eleganz der Stoffe, nicht mehr die Kostbarkeit oder exquisite Musterung des Stoffes. Eine beliebte Farbe dieser leichten Stoffe war weiß.

Frisuren und Kopfbedeckungen
Je breiter das Panier wurde, desto kleiner wurden die Frisuren. Um 1730 trug man das Haar in einer Fülle aus kleinen gepuderten Locken. Zu festlichen Anlässen wurde das Haar weiß gepudert und in langen Locken getragen. Spitzenbänder, Blumen und kostbare Haarnadeln zierten diese Lockenpracht. In den 40er Jahren kämmte man das Haar streng nach hinten und formte es am Hinterkopf zu einem Lockenkranz. Ab den 50er Jahren wurde die Frisurenmode aufwendiger und ausladender und die Nachfrage nach Perücken und Haarteilen stieg an. Die Frisuren nahmen in den 80er Jahren ungeahnte Ausmaße an und die Damenwelt versuchte mittels Aufbauten aus Draht oder mit Fischbein verstärkten Rosshaarkissen das Dreifache der Gesichtslänge zu erreichen. Bei diesen Frisuren wurde das Stirnhaar streng nach hinten gekämmt und am Hinterkopf in Lockenreihen gelegt. Gelegentlich ließ man einige Lockensträhnen herabhängen.
Federn, Bänder, Perlen, Spitzen, Blumen und Juwelen verzierten diese Haarpracht. Bei höfischen Festen trugen die Damen bisweilen äußerst kuriose Gebilde wie Schiffe, Musikinstrumente, Vögel, Gemüsegärten oder Straußenfedern auf dem Kopf. Diese Frisurenmode zog häufig das Verfilzen des Haares und Ungeziefer nach sich. Auf diesen monströsen Frisuren trugen die Damen breitkrempige, flache Strohhüte, die ebenfalls mit Blumen und Bändern geschmückt waren.

Accessoires/ Schmuck
Die "Schürze" tauchte wieder auf, sie war breit geschnitten und mit zwei Seitentaschen versehen. Das "Fichu", der englischen bürgerlichen Kleidung angelehnt, war ein großes, dreieckiges Brust- oder Schultertuch. Aus Batist oder Musselin gefertigt, wurde es anfangs in den Ausschnitt gesteckt, mit vorn herunterhängenden Zipfeln oder vorn gekreuzten Zipfeln, die im Rücken gebunden wurden getragen. Ab 1790 wurde das Fichu durch ein Busenpolster aufgebauscht und bekam seinen Namen "Trompeuse" (Betrügerin).

Um den Hals trugen die Damen meist ein Band aus Samt oder Spitze mit einem Medaillon als Anhänger. Mehrreihige Perlenbänder wurden an den Handgelenken getragen und zahlreiche große Ringe schmückten die Finger. Äußerst beleibt waren kostbare Fächer aus Seide oder Spitze, die reich verziert waren mit Malereien, Stickereien oder Federn.

Schuhwerk
Zu Beginn des 18 Jahrhunderts waren Pantoffeln, so genannte "Mules", mit einem hohen Absatz in Mode. Der Absatz. Auch "französischer Absatz" genannt, hatte eine geschwungene Form und verlief schräg bis fast zur Sohlenmitte. Beliebt waren Pantoffeln aus gemusterten Seidenstoffen, oder Besätzen aus Spitze, sowie Stickereien. Eine schmale Spitzenborte oder Rüsche zierte die Kante des Pantoffels. Beliebte Farben waren Braun- Grün,- , Beige,- und Rottöne.
Daneben kamen ab 1730 Absatzschuhe mit einer hohen Ristlasche auf, die von 2 übereinandergelegten Laschen bedeckt wurde. Der leicht nach innen geschwungene Absatz war im Vergleich zu den Pantoffeln kürzer. Sowohl die Pantoffeln, als auch Absatzschuhe liefe vorn in einer leichten Spitze aus. Der Pantoffel hielt sich bis Mitte des Jahrhunderts und wurde dann vom Absatzschuh abgelöst. Die Farbe des Absatzes unterschied sich meist von der Farbe des Schuhs. Die Absatzschuhe konnten aus farbigem Leder oder aus einfarbigen, kleingemusterten oder gestreiften Seiden gefertigt sein. Die Kanten waren mit einfarbigen, hellen Ripsbändern eingefasst. Als Verzierung dienten sparsam angebrachte kleine Metallschnallen oder Stoffröschen.

Ab 1780 verkürzte sich der Absatz und erhielt eine leicht nach innen geschwungene Form. In der Schuhmode verschwand die hohe Ristlasche und der Schuh erhielt eine kleinere Ristlasche oder war weit ausgeschnitten. Nachwievor bedeckten 2 übereinandergelegte Laschen den Rist. Bevorzugte Materialien waren weiterhin Leder und Stoffe, wobei einfarbige oder nur zart gemusterte Schuhe beliebt waren.
1786 schrieb das Journal des Luxus und der Moden:
"Schuhe, werden jetzt im Winter von rosa oder weißem Atlas, mit rosa Band-Rosen von Mode-Farbe des Rocks oder des Kleides getragen. Kein Damen-Schuh wird mehr geschnallt, sondern entweder mit Band-Rosen oder blos queer über dem breiten Bande garnirt, à la Jeanette, getragen; oder es werden lange schmale Stein-Schnallen, ohne Herz und Dorn, die Charnieren haben, und sich sehr bequem an den Fuß legen, darauf genäht. Wir müssen hirbey der sogenannten chinesischen Schuhe gedenken, die jetzt auch Mode sind. Sie sind ausserordentlich weit ausgeschnitten, queer über mit einem Bande garnirt, haben sehr hohe Spitzen und breite niedere Absätze. Sie heißen eigentlich Sabots Chinois."

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verschwand der Absatz fast ganz. Neben der neuen flachen Schuhform wurden weiterhin Absatzschuhe getragen. Um empfindlichen Schuhe zu schützen wurden "Galoschen" darüber gezogen. Diese Überschuhe bestanden aus einer flachen Sohle und 2 Laschen die den Spann des Schuhs bedeckten, sowie eine Ummantelung für den Absatz.

Kosmetik
Parfum wurde großzügig auf Körper und Kleider verteilt. Das Gesicht wurde vornehm blass oder weiß geschminkt. Die meisten Schminkmittel enthielten jedoch schädliches Quecksilber oder Bleiweiß. Die Wangen und Lippen wurden mit einem kräftigen Rouge betont. Mittels feiner, bläulicher Linien versuchte man eine zarte, blasse Haut vorzutäuschen.
Schönheitspflästerchen, so genannte "Mouches" aus gummierter Seide oder Papier, waren nach wie vor beliebt und hatten die Form von Monden, Sternen, Herzen und Blumen. Einfache Frauen schminkten sich nicht.

Für die Frisuren verwendeten die Damen Pomade und Puder aus Weizenmehl oder Bohnen- und Stärkemehl, letzteres war in seiner Konsistenz viel feiner. Für einen angenehmen Duft des Haarpuders sorgten Rosenwasser, Irispulver, Lavendel oder Nelkendüfte. Zum Schutz des Gesichtes vor dem Puder bedeckten die Damen ihr Gesicht mit einer Schutzmaske aus Papier.
Nicht nur das Gesicht, sondern auch die Kleidung mussten vor dem feinen Puderstaub geschützt werden und so legte die Dame während der Prozedur des Puderns ihren "Pudermantel", auch "Peignoir" genannt, um.



Pietro Longhi, 1746, Kleidung zur Zeit des Rokoko



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